Larp: Daimon

Erst gegen Mitternacht erreichten wir zusammen mit dem Barden Gedron, den wir unterwegs getroffen hatten, die nächste Übernachtungsmöglichkeit unseres Weges. Es war die Katlenburg, jener Ort, wo der berühmte Katlenburger Met hergestellt wird. Sehr gefährlich ist der Weg dorthin gewesen, denn häufig erschienen aus dem Gebüsch des Waldes finstere Kreaturen. Froh, dass wir heil an der Burg angekommen waren, mussten wir nun entsetzt feststellen, dass es dort sogar lebensgefährlich war auch nur von unseren Unterkünften zur Taverne zu gelangen. So waren wir erleichtert, als wir endlich mit unseren vielen Instrumenten durch das Tor der Taverne stolperten.

Zu unserer großen Verwunderung gab es keinen Met in der Taverne. Moira musste sich mit Kirschwein begnügen, einem Gebräu, das wir vorher noch nie getrunken hatten. Dann begannen wir ein paar Lieder zu singen, doch den Leuten war nicht nach Singen zumute. Regelmäßig wurde die Taverne von diesen Kreaturen angegriffen und wir konnten nur froh sein, dass sich einige fähige Kämpfer unter uns befanden.

Moira mochte den Kirschwein sehr und trank ihn als wäre er Met. Es hat nicht lange gedauert bis die eher zurückhaltende Schwester ein Sauflied nach dem anderen grölte und mit der Trommel um die Schulter durch die Taverne tanzte und tobte! Nachher haben wir sie ganz liebevoll ins Bett getragen. Am nächsten Tag ging es ihr nicht so gut wie sonst. Der Kirschwein ist ihr wohl nicht bekommen. Sie schwor nie wieder etwas anderes zu trinken als den ihr bekannten Met...

Der nächste Tag war nicht ruhiger. Ständig kämpften kräftige Männer und Frauen auf dem ganzen Burggelände gegen diese bösartigen Kreaturen, die angeblich von einem Dämon geschickt worden waren. Die Taverne diente dazu als Rückzugslager. So kam es, dass dort mehr Verwundete gepflegt als Lieder gesungen wurden. Wir schauten uns das Geschehen mit Schrecken an.

Erst am zweiten Abend kehrte wieder etwas Ruhe in die Burg ein. Nun war die Taverne voller, und der Feind war fürs erste besiegt. Andastra legte dann einer Frau mit Namen "Maus" die Tarot Karten. Die arme Frau wollte etwas über ihre Vergangenheit erfahren, an die sich nicht mehr erinnern konnte. Die Karten antworteten weise, dass sie erst ihre Vergangenheit finden wird, wenn sie aufhört, nach ihr zu suchen. Dann las Andastra die Hände zweier Seefrauen und berichtete ihnen über die Stärken und Schwächen ihrer Seelen, und deren Entwicklung in der Zukunft.

Da es Moira nun wieder gut ging, brachen wir am nächsten Tag auf, um diese dunkle Gegend zu verlassen und unsere Reise fortzusetzen. Was für Abenteuer standen uns nun bevor? Das konnte uns leider keiner sagen, auch Andastras Karten nicht.