Larp: Dunkle Marschen IV

Tief in der Nacht erreichten wir unser nächstes Reiseziehl. Ein Unwetter hatte unsere Reise verzögert, so dass wir im Regen und im Schein einer einzigen Fakel unser Zelt aufschlagen mussten. Als es dann endlich stand, warfen wir noch einen Blick in die leere Taverne, brachten dort unsere Instrumente unter, und beschlossen es allen anderen gleich zu tun und schlafen zu gehen. Doch als Morwan schon im Zelt lag und Andastra und Moira gerade rein wollten, hinderte sie davon eine schwarze Kreatur, mit weißen Haaren und spitzen Ohren. "Singt für mich ein grausames Lied!" befahl sie. Wir antworteten ängstlich: "Unsere Instrumente sind aber in der Taverne...". "Egal!", sprach sie, "Singt ohne Instrumente!". Sie ging und befahl einer ähnlichen Kreatur neben uns zu stehen. Mit erhobenem Schwert sollte sie dafür sorgen, dass wir gehorchen. Mit zitternden Knien und Kehlen versuchten wir etwas zu singen, doch wir konnten vor Angst keinen Ton mehr treffen. Wir sangen so schief, dass die Gestalt wiederkam und rief: "Das ist Schmerz in meinen Ohren! Singt etwas anderes!". Also versuchten wir es nochmal und zum Glück klappte es dann wieder. Singend mussten wir mitansehn wie aus dem Wald viele dieser Kreaturen angeschlichen kamen und die schlafenden Tavernengäste in ihren Zelten angriffen. Als schon mehrere aufgeschriehen hatten und langsam alle wach wurden machten sich die Gestalten davon.

Nachdem sich am nächsten Tag alle wieder soweit beruhigt hatten machten wir einen kleinen Sparziergang um uns den wundervollen See anzuschauen der neben der Taverne lag. Dabei entdeckten wir viele interessant gemeisselte Steinblöcke, die wie kleine Altäre wirkten. Andastra und vor allem Morwan, meinten da auch etwas besonderes spüren zu können.

Am Abend herrschte, wie oft wenn Gefahren lauern, erst nicht so gute Stimmung in der "Met Schänke". Die Reisenden, die wie wir ihre Zelte aufgeschlagen hatten, wurden nun zum Kampf gegen den Anführer dieser bösen Kreaturen, der Dunkelelfen, aufgefordert. Wir warteten besorgt in der Taverne. Doch die Krieger kamen mit der glücklichen Nachricht wieder, dass sie den Feind besiegen konnten. Das musste natürlich gefeiert werden, und so legten wir los.

Mit viel Spass sangen wir unsere Trinklieder und wechselten uns mit einem anderen Barden ab. Andastra schwang zwischendurch ihre Bänderpois, im Rhythmus zu Moiras und Morwans musikalischer Untermalung. Und dann passierte etwas herrliches: Der Wirt fing vor uns allen an, sich mit einem Gast zu streiten! Er warf ihm einen großen Fisch an den Kopf, weil er wohl so nach Fisch stank und damit seine Taverne verschmutze. Darauf enthüllte der Gast diverses über den Wirt und es drohte gefärlich zu werden zwischen den beiden. Doch die Wirtin griff mit einer großen Suppenkelle und erhobener Stimme ein und jagte beide Männer bis sie sich vom Staub gemacht hatten! Die ganze Taverne tränte vor lachen und wir am aller meisten. 

Nicht nur das prägte diesen Abend so positiv in unsere Erinnerungen. Als wir zu später Stunde unsere sanften Harfenlieder spielten, saßen eine Maid und ein Jüngling uns gegenüber, die Arm in Arm unserer Musik mit geschossenen Augen lauschten. Als wir Scaborough Fair zu ende gespielt hatten stand er auf, kniete vor ihr nieder und sprach: "Da auch dieses Lied nun so schön gespielt wurde möchte ich, obwohl ich keinen Ring dabei haben, Dich fragen, ob Du meine Frau werden möchtest!" Sie nickte wärend ihr vor Freude fast die Tränen kamen. Obwohl Andastra und Moira ja nicht nicken mussten kamen ihnen aber auch fast die Tränen so romantisch war es! Die Tavernengäste applaudierten und wünschten dem jungen Paar alles gute für ihre Zukunft. Wir gaben für sie bis tief in die Nacht musikalisch unser Bestes.