Tavernenabend: Valhalla

Als nächste Station unserer Reise wählten wir den Celtic Pub "Valhalla". Eine wunderschön dekorierte Kneipe, die brechend voll war mit Gästen und Reisenden aller Art. Wir konnten nur von Glück reden, dass wir und unsere Gefährten, die wir unterwegs getroffen hatten, überhaupt noch einen Sitzplatz fanden. Doch als wir dann endlich saßen, bestellten wir sofort etwas zu Essen und ein wenig Met. Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit erzählten wir auch dem Besitzer der Kneipe, dass wir Barden sind und unsere Instrumente draußen im Karren liegen. Er forderte uns sofort mit großer Freude zum Spielen auf, denn er hatte für den heutigen Abend keine Barden bestellt.

Und so sangen wir alle unsere keltischen, irischen und schottischen Lieder. "Ye Jakobites by Name", "I'm  a Rover" und insbesondere "Nancy Wiskey" fanden wie immer große Begeisterung bei den Gästen, weil sie so einfach mitzusingen sind. Aber der Höhepunkt des Abends war das Lied "Seven drunken Nights". Unser Gefährte Atholwin sang nicht nur die Stimme des Mannes, der jeden Abend der Woche besoffen nach Hause kommt, sondern er stellte ihn so echt dar, dass wir alle uns vor Lachen nicht mehr halten konnten!

Schon ganz am Anfang des Abends fiel Moira auf, dass sich ein älterer Zwerg unter den Gästen befand. Ihn zu bemerken war gar nicht so einfach, denn er saß ganz versteckt in einer Ecke der Taverne. Sein Bart war so lang und so prächtig, dass Andastra und Moira aus dem Staunen nicht mehr heraus kamen. Doch auf einmal stand er auf, um sich beim Wirt etwas zu trinken zu holen. Wir nutzen sofort die Gelegenheit und trauten uns ihn anzuhalten und ihm zu sagen: "Wir werden jetzt ein Lied singen, welches wir Euch und Eurem prächtigen Bart widmen! Wir hoffen es wird Euch gefallen!" und dann sangen wir aus voller Kehle das Lied "Zwerge mit Bärten". Der Zwerg blieb wie angewurzelt da stehen und hörte gerührt zu. Als wir bei der letzten Strophe ankamen und "Will eine Frau sich zu uns gesellen, muss sie 'ne Zwergin mit Bärtchen sein!" sangen, huschte sogar ein Lächeln über seine Lippen. Als wir fertig waren, applaudierte er lang und kräftig, bedankte sich ganz herzlich bei uns und sagte, dass ihm das Lied sehr gefallen habe. Dann holte er seinen Met und verschwand wieder in seine Ecke.

Bis spät in die Nacht spielten wir weiter unsere Lieder, bis alle Gäste gegangen waren. Auch dem Wirt hatte unsere Musik sehr gefallen. Er schenkte jedem von uns eine Flasche seines leckeren Mets und bedankte sich dabei großzügig. Auch uns hat es dort sehr gut gefallen, so gut, dass wir bestimmt im Verlauf unserer Reise immer mal wieder bei ihm vorbei schauen werden.