Larp: Verwunschene Wälder 2
Nach mehreren Tagen Fußweg im Lande Talosia, begegneten wir
unterwegs den Wirten Mevlon.
Nach dem wir mit
ihm lange geplaudert hatten und ihm etwas von unserer Musik
vorspielten, lud er uns ein, die nächsten drei Tage in
seiner
wandernde Taverne für seine Gäste aufzuspielen. Wir nahmen
die Einladung mit Freuden entgegen und schlugen schon am selben
Abend unser Zelt in der Nähe seiner Taverne auf, neben den
vielen anderen Zelten seiner Gäste.
So spielten wir an jenem Abend im warmen Kerzenschein unseres Notenständers unsere Lieder. Der nette Wirt gab uns dafür, wann immer wir wollten, einen Becher von seinem leckeren Met. Auch den Leuten gefiel unsere Musik. Die Sonne war schon aufgegangen, als wir uns dann endlich ins Zelt schlafen legten.
Doch am nächsten Tag geschah etwas Schreckliches. Als Moira
dabei war uns einen leckeren Eintopf zu kochen, kam aus dem Wald
eine riesige und bösartige Spinne hervor.
Sie
rannte direkt auf uns zu und Moira hatte noch gerade so viel Zeit,
um nach ihrem Schwert zu greifen. Sie kämpfte gegen die Spinne,
doch ihre Schläge verwundeten die Spinne
nicht. Blitzschnell packte sie stattdessen unsere Moira und zog sie
in den Wald. Wir rannten hinterher, doch die Spinne war schon mit
Moira in ihr Nest geschlüpft.
Nach dem wir den ersten Schock überwunden hatten, beschlossen
wir ins Nest zu kriechen, um Moira zu retten.
Es war ein dunkler und klebriger Gang, der tief unter die Erde
führte. Wir kämpften uns so lange durch das klebrige
Spinnengewebe, welches von den Wänden des Ganges runter hing,
bis es so dicht wurde, dass wir nicht mehr weiterkamen. Wir kamen
aber auch
nicht mehr zurück, denn nun klebten wir
endgültig daran fest und konnten uns gar nicht mehr bewegen.
So fand uns später die Spinne, als sie den Gang entlang
kroch. Sie schleppte Moira auf ihrem Rücken, die nun auch von
diesem Gewebe gefesselt war. Wir riefen ihren Namen, doch sie
antwortete nicht. Ihre Augen waren geschlossen. Die Spinne zog uns
dann alle drei in eine dunkle Kammer, die zum Glück
nicht sehr weit vom Eingang entfernt war. Dort lagen wir nun, und es
schien als würden wir nie mehr das Tageslicht sehen.
Ob wir wohl im Lager schon vermisst wurden? Anscheinend ja, denn wir hörten irgendwann Stimmen. Eine Kriegerin kroch zu uns hinein und befreite uns von unseren Fesseln. Dann zogen wir mit unseren letzten Kräften Moira aus dem Loch hinaus und nun waren wir endlich frei. Die lieben Leute, die uns am Abend zuvor in der Taverne zugehört hatten, hatten uns gerettet. Sie berichteten, dass sie die Spinne mit Feuer in den Wald gejagt haben. Zwei Heiler versorgten Moira und stellten fest, dass sie von der Spinne gebissen worden war. Ihre Heilkünste waren bestimmt magisch, denn nach wenigen Augenblicken stand Moira wieder auf den Beinen.
Nachdem wir nun von Moiras Eintopf, der die ganze Zeit alleine vor sich hin gebröselt hat, gestärkt waren, hatten wir wieder Kraft und Lust in die Taverne zu gehen. Dort konnten wir wieder etwas Musik machen, Met trinken, und all denen, die es noch nicht erfahren hatten, erzählen was mit uns passiert ist.