Tavernenabend: Zum Torkelnden Mammut
Mittags um 14:00 Uhr sind wir von Bonn aufgebrochen, um die
zweieinhalb stündige Fahrt nach Haßloch hinter uns zu
bringen.
Obwohl wir erst dachten, dass wir zu zweit hinfahren,
saßen wir dann doch mit vier Personen, sieben Instrumenten und
einem Haufen Gepäck in einem kleinen Polo und konnten uns kaum
noch bewegen. Zum Glück kamen wir gut
durch. Eine Stunde später fuhren wir in den Regen und dann
wieder in die Sonne. Ein wunderschöner doppelter Regenbogen
offenbarte sich uns. Mit großer Begeisterung fuhren wir durch
ihn hindurch nach Mittellande, zur Taverne "Zum torkelnden
Mammut".
Nach zweimaligem kurzem Verfahren kamen wir pünktlich um 18:00
Uhr an der Taverne an. Obwohl Zelte zur Verfügung standen
entschieden wir uns unser ganz neues Sahara Zelt mit fünf Meter
Durchmesser zum ersten Mal aufzubauen.
Morwan und Atholwin, unsere Gefährten, halfen uns dabei. Wir
haben sie im Spiel zwei Tage zuvor streitend auf der Straße
gefunden. Morwan kommt aus der Wüste und trägt einen
blauen Turban. Er ist auf der Suche nach seinem verlorenen
Vater. Atholwin ist ein Heiler aus dem Lande Talon. Warum sie sich
an jenem Abend gestritten haben, als wir sie begegnet sind, ist ein
andere Geschichte und soll ein anderes mal erzählt werden.
Sobald das Zelt stand und alles fertig war gingen wir in die
Taverne. Dort ließen wir uns an einer Tischecke nieder. Auf
unsere Anfrage bekamen wir sogar einen extra Tisch wo wir unsere
Instrumente abstellen konnten.
Kurze Zeit später lernten wir eine Koboldin mit Namen "Wurzel"
kennen, die uns ganz lieb erklärte, dass Kobolde nicht immer
eine grüne Haut haben. Ein Hobbit war auch zu Gast an diesem
Abend. Er hatte an seinem Gürtel eine Bratpfanne hängen,
die er offensichtlich auch als Waffe benutzt. Das Essen war
grandios, und der Met begann zu fließen.
Nun begannen wir mit unseren Liedern, um die Taverne aufzuheitern. Leider können wir unsere Lieder noch nicht alle auswendig und mussten daher hin und wieder in unsere Notenblätter schauen.
Morwan hatte auf der Reise erzählt, dass er ein bisschen
trommeln kann. Atholwin, der den Streit noch nicht vergessen hat,
sprach ihm jede musikalische Fähigkeit ab. Aber Andastra war
sich ihrer Intuition sicher, die ihr sagte, dass Morwan nicht nur
die Wahrheit sagte, sondern sich sogar sehr schnell musikalisch an
sie und Moira anpassen würde. Und so geschah es! Kaum fingen
Andastra und Moira mit der Musik in der Taverne an, griff Morwan
nach der Trommel und begleitete sie den ganzen Abend.
Ja, es war wirklich ein sehr schöner Abend. Während wir
musizierten spielte Atholwin mit zwei Magoniern ein Brettspiel, in
dem Zwerge gegen Trolle kämpften. Zwischendurch schauten auch
wir gespannt zu. Andastra half noch mit ihren Künsten in der
Wahrsagerei zwei Magoniern bei ihren Liebesproblemen. Dafür
befragte sie ihr Pendel und legte ihre Tarotkarten. Sie prophezeihte
auch Morwan, dass er seinen Vater finden wird, aber erst nach langer
Suche.
Zu sehr später Stunde, als die meisten schon in ihren Zelten schliefen, holte ein Magonier noch seine Trommel hervor. Er forderte die anderen auf mitzuspielen. Moira griff nach unserer Trommel. In einem sanften meditativen Trommel-Erlebniss, welches nie aufzuhören schien, ging dann langsam die Sonne auf. Sie hatte wohl unseren Ruf erhört.